Wohnbauliche Entwicklung in Pünstorf

Die Stadt Itzehoe steht vor der Aufgabe, Baulücken und Brachflächen im Stadtgebiet im Hinblick auf eine mögliche Entwicklung von Wohnraum zu prüfen.

Als ein möglicher Standort zur Entwicklung von Wohnraum wird die an Viertkoppel und Haidkoppel angrenzende Fläche in Betracht gezogen, auf der sich bis 2013 die Kleingartenanlage Pünstorf befand.

In seiner Sitzung vom 11. Mai 2021 hat der Stadtentwicklungsausschuss den Aufstellungsbeschluss für die Fläche der ehemaligen Kleingartenanlage gefasst.

Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Informationen zum Thema zusammengefasst. Diese Übersicht wird von uns laufend aktualisiert.

 

Das Wichtigste in Kürze

Sie finden das Gebiet auf dem oben abgebildeten Plan. Die Fläche ist 1,58 ha groß und liegt östlich von Haidkoppel und Viertkoppel. Südlich liegt der Schulsportplatz der Ernst-Moritz-Arndt-Schule. Im Norden und Osten wird die Fläche von Wald begrenzt. Bis 2013 lag hier die Kleingartenanlage Pünstorf.

Am 11. Mai 2021 hat der Stadtentwicklungsausschuss den Aufstellungsbeschluss für die Fläche Pünstorf gefasst und damit das Startsignal für das Bauleitplanungsverfahren gegeben. Dabei spielen die Belange des Naturschutzes eine große Rolle. Zwischenzeitlich wurde von einem Gutachter eine artenschutzrechtliche Planungsraum- und Konfliktanalyse erstellt. Diese beurteilt die möglichen Auswirkungen der Planung auf den Artenschutz. Der Gutachter sieht gegenwärtig keine schweren artenschutzrechtlichen Konflikte, die der Bauleitplanung entgegenstehen würden. Das Vorkommen besonders geschützter Pflanzenarten kann für den Planungsraum ausgeschlossen werden.
 

In Itzehoe besteht ein Bedarf an Wohnraum. Deswegen hat die Stadt eine Untersuchung über infrage kommende Flächen aufgestellt (Potenzialflächenanalyse in der Wohnbauentwicklung 2020). Darin wurden freie Flächen betrachtet, nach ihrer Eignung für Wohnbauentwicklung bewertet und in eine Rangfolge gebracht. Nicht jede Fläche ist für jede Art der Bebauung gleich gut geeignet. Die Fläche der ehemaligen Kleingartenanlage Pünstorf belegt in der Rangfolge der Flächen einen der vorderen Plätze, da es sich um eine städtische Fläche handelt, deren Vornutzung aufgegeben wurde.

 

Ziel der Planung ist eine nachhaltige Nachnutzung der Kleingartenanlage als Wohngebiet. Dabei bietet sich an, passend zur umgebenden Bebauung, auf der Fläche Einfamilien-, Doppel- oder Reihenhäuser zu errichten.
Um entsprechendes Baurecht für nach jetzigem Stand bis zu 14 Baugrundstücke zu schaffen, soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Im Prozess zur Aufstellung eines Bebauungsplans haben alle Bürgerinnen und Bürger, Fachbehörden und sonstige Träger öffentlicher Belange (z.B. Müllabfuhr, Post) die Möglichkeit, sich zum Plan zu äußern. Ökologisch wertvolle Strukturen sollen geschützt werden und Neubauten sich harmonisch in die Umgebung einfügen.
 

Im Bauleitplanverfahren wird geprüft, ob und wie Wohnbebauung auf der genannten Fläche realisiert werden kann. Dabei spielen die Belange des Naturschutzes eine große Rolle. Im Bauleitplanverfahren werden verschiedene Behörden wie die Untere Naturschutzbehörde, die Untere Forstbehörde und die Untere Wasser- und Bodenbehörde, aber auch Umweltverbände gebeten, Stellungnahmen zu dem Vorhaben einzubringen. Mit dem Aufstellen eines Bebauungsplanes ist üblicherweise auch eine Umweltprüfung verbunden. Hierbei werden alle Belange der Umwelt besonders betrachtet und geprüft. Sollte am Ende des Verfahrens nach Abwägung aller Ergebnisse ein Bebauungsplan aufgestellt werden, müssen entsprechende Ausgleichsflächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und Entwicklung von Natur, Boden und Landschaft festgelegt werden.
 

  • In seiner Sitzung vom 11. Mai 2021 hat der Stadtentwicklungsausschuss den Aufstellungsbeschluss für die Fläche der ehemaligen Kleingartenanlage Pünstorf gefasst. Mit dem Aufstellungsbeschluss wurde das Bebauungsplanverfahren eingeleitet, in dem nun konkret untersucht wird, inwiefern auf der Fläche Wohnbebauung realisiert werden kann.
  • Ein Gutachter hat eine artenschutzrechtliche Planungsraum- und Konfliktanalyse erstellt, in der mögliche Auswirkungen der Planung auf den Artenschutz untersucht wurden.

Die Erkenntnisse aus der artenschutzrechtlichen Planungsraum- und Konfliktanalyse werden in einem artenschutzrechtlichen Fachbeitrag vertieft. Ein Bodengutachten soll Aufschluss über den vorhandenen Baugrund geben. Im weiteren Bauleitplanungsverfahren werden verschiedene Behörden wie die Untere Naturschutzbehörde, die Untere Forstbehörde und die Untere Wasser- und Bodenbehörde, aber auch Umweltverbände gebeten, Stellungnahmen zu dem
Vorhaben einzubringen. Und auch Sie als Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich einzubringen. Sobald ein Stadtplanungsbüro gefunden ist, das den weiteren Prozess begleiten wird, ist auch eine Informationsveranstaltung mit den Anwohnerinnen und Anwohnern vorgesehen.
 

Wir möchten Sie einladen, schon frühzeitig Fragen zu stellen und Anregungen einzubringen. Im offiziellen Bauleitplanverfahren haben Sie außerdem die Möglichkeit Stellungnahmen abzugeben. Gerne hätten wir bereits zu diesem Zeitpunkt eine gemeinsame Veranstaltung mit den Anwohnerinnen und Anwohnern durchgeführt. Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens müssen wir diese Zusammenkunft leider vorerst verschieben. Dem Austausch mit Ihnen soll das aber nicht im Wege stehen. Nutzen Sie gerne die unten angegebenen Kontaktmöglichkeiten.

Ihre Fragen

Die Erneuerung der Straßen Haidkoppel, Viertkoppel und Twietbergstraße ist unabhängig von einem möglichen Baugebiet „Pünstorf“ notwendig. Straßenausbaubeiträge werden aktuell durch die Stadt Itzehoe nicht erhoben. Wenn die Fläche zu einem Baugebiet werden soll, müssen auch entsprechende Straßen dorthin führen – für Baufahrzeuge genauso wie für die zukünftigen Anwohnerinnen und Anwohner. Wie ein möglicher Straßenausbau im Hinblick auf das mögliche Baugebiet gestaltet werden kann, wird im Rahmen der Planungen erarbeitet. Dabei sollen verschiedene Varianten betrachtet werden, die zum Beispiel auch Einbahnstraßenregelungen und verkehrsberuhigte Bereiche beinhalten.
 

Im Rahmen der Planung werden Maßnahmen entwickelt, um möglichst naturschonend vorzugehen. Das können zum Beispiel Gründächer, Pflanzvorgaben oder die Begrenzung des Anteils der überbaubaren Grundstücksfläche sein. Diese Festsetzungen würden dann verbindlich für Bauvorhaben auf der Fläche gelten. Außerdem müssen für die baubedingten Eingriffe in den Boden und die Natur entsprechende Ausgleichsmaßnahmen festgelegt werden.
 

Eine Anforderung an die Potenzialflächenanalyse war, dass sie die tatsächliche Verfügbarkeit der Flächen abbilden sollte. Die Bewertungskriterien, die sich auf die Verfügbarkeit beziehen, sind daher besonders gewichtet worden. Die Fläche „Pünstorf“ ist eine städtische Fläche mit aufgegebener Vornutzung. Entsprechend bekommt sie in den Verfügbarkeitskriterien hohe Wertungen und steht im Ranking weiter oben. Für die Nutzung dieser Fläche spricht außerdem, dass es sich nicht um eine bisher unberührte Fläche handelt, sondern um eine, die hier einer neuen Nutzung zugeführt wird.
 

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