Die Nachfrage nach Wohnraum in Itzehoe wächst

Die Herausforderung für die Stadtentwicklung: Es gibt nur sehr begrenzte Flächenressourcen, die für eine wohnbauliche Entwicklung geeignet sind.

In einer Potenzialflächenanalyse der Stadt aus dem Jahr 2020 haben sich u.a. das ISV-Gelände und die Kleingartenanlage Suder Höhe als eine geeignete Fläche für eine wohnbauliche Entwicklung herausgestellt. Hinzu kommt, dass die zentrumsnahe Lage der ca. 7,5 ha großen Fläche auch aufgrund der bereits vorhandenen Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr sowie Schulen und Kindergarten vor Ort gute Voraussetzungen für ein Wohngebiet bietet. Es ergibt sich eine einmalige Chance ein neues, innovatives und durchmischtes Quartier entstehen zu lassen und so dem steigenden Wohnungsdruck zu begegnen. 

Das städtische Kleingartengelände Suder Höhe und der ISV-Sportplatz könnten Ende 2024 für eine wohnbauliche Entwicklung zur Verfügung stehen, da die Areale zu diesem Zeitpunkt entpachtet werden. Auf die Verfügbarkeit des privaten Teils der Kleingartenanlage hat die Stadt keinen Einfluss.

Um Baurecht zu schaffen, müssen ein Bebauungsplan aufgestellt und der Flächennutzungsplan geändert werden. Bevor die Bauleitplanung startet, lobt die Stadt zunächst einen städtebaulich-freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb für das gesamte Areal aus, um ein Quartier mit der bestmöglichen Qualität zu entwickeln. Auch wenn sich die privaten Flächen nicht im Eigentum der Stadt befinden, ist es aus stadtplanerischer Perspektive sinnvoll, diese in den Planungswettbewerb einzubeziehen. Durch die Aufnahme in das Förderprogramm „Neue Perspektive Wohnen“ des Landes Schleswig-Holstein wurden 50.000 Euro für den Wettbewerb bereitgestellt.

Durch das Büro Architektur + Stadtplanung wird die Stadt bei der Durchführung des Wettbewerbs unterstützt. Aktuell wird an dem Auslobungstext gearbeitet. Der Auslobungstext fasst die Aufgabenstellung sowie die zu berücksichtigenden Rahmenbedingungen zusammen – er ist sozusagen eine Art „Aufgabenheft“, auf dessen Grundlage die teilnehmenden Planungsbüros des Wettbewerbs ihre Entwürfe erstellen. Es ist daher wichtig, den Auslobungstext so konkret wie möglich zu verfassen und genaue Vorgaben zu machen. Denn umso besser der Auslobungstext formuliert ist, desto besser ist auch die Qualität der späteren Entwürfe.

Im Rahmen der Erarbeitung des Auslobungstextes wurden verschiedene Informations- und Beteiligungsveranstaltungen durchgeführt. Am 30.09.2021 fand im Sophie-Scholl-Gymnasium eine Öffentlichkeitsveranstaltung statt. Vom 18.09. bis 10.10.2021 konnten zudem auf einer Onlineplattform Wünschen und Anmerkungen geäußert werden. Am 08.09., 09.09. und 10.09.2021 fanden darüber hinaus unter Leitung des Kinder- und Jugendbüros Beteiligungswerkstätten mit Kindern und Jugendlichen der Grundschule Sude-West, der Gemeinschaftsschule am Lehmwohld, des Sophie-Scholl-Gymnasiums und dem Kindergarten Sude-West im Haus der Jugend statt. Die ausführlichen Ergebnisse dieser Veranstaltungen werden den Büros später zur Verfügung gestellt.

Die eingereichten Entwürfe werden später durch eine von der Stadt berufene Jury – dem sog. Preisgericht – bewertet. Das Preisgericht besteht u.a. aus externen unabhängigen Fachleuten sowie Gästen als Vertretung der Öffentlichkeit. Das Büro mit dem Siegerentwurf bekommt im Anschluss den Auftrag, den Entwurf in das Bauleitplanverfahren zu überführen.