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Stolpersteine gegen das Vergessen
Anfangs waren sie nur in Köln zu sehen, die Stolpersteine, die im symbolischen Sinn des Wortes zum "stolpern" gedacht sind. Am Montag, dem 09.10.2006, wurden 11 dieser Steine in Itzehoe verlegt. Die Steine erzählen stumm die Lebensgeschichte von zu Unrecht verfolgten, ermordeten oder vertrieben Menschen, die einmal in unserer Mitte lebten.

Mit seinem so ungewöhnlichen wie auch erfolgreichen Kunstprojekt macht der Aktionskünstler Gunter Demnig die letzten Spuren der Opfer mitten im Alltag der Stadt Itzehoe sichtbar. Die zehn mal zehn Zentimeter großen, in die Pflasterung eingelassenen Messingtafeln erinnern vor vier Häusern, in der Breiten Straße, am Sandberg und in der Kirchenstraße, an 11 Schicksale von Menschen, die dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen. Der Künstler selbst stellte den Anwesenden die Frage, ob "es den Schicksalen der Mitbürger angemessen sei, dass man künftig auf ihren Namen herumtreten könne?", und gab gleich die Antwort: "Seitens des Talmuds gibt es keine Bedenken gegen ein Betreten durch Passanten. Wer allerdings die Inschriften auf den Steinen betrachten möchte, verbeuge sich damit gleichzeitig vor den Opfern".

Verlegung
In Ihren Ansprachen würdigten Bürgervorsteher Köhnke und Bürgermeister Blaschke die Arbeit des Künstlers und dankten Herrn Björn Marnau, der vor eineinhalb Jahren die Aktion Stolpersteine in Itzehoe angeregt hatte. Ein besonderer Dank des Bürgervorstehers richtete sich an den Arbeitskreis Itzehoer Geschichte der die Schicksale der 11 NS-Opfer recherchiert und gemeinsam mit den Mitgliedern der Ratsversammlung, dem Bürgermeister, den Mitarbeitern der Verwaltung und des theaters itzehoe, sowie den Gleichstellungsbeauftragten und dem Personalrat der Stadt Itzehoe das Vorhaben finanziert hat.

Ansprache
In Itzehoe lebten 1933 vier jüdische Kaufmannsfamilien, an deren einstigen Wirkungsstätten die Stolpersteine verlegt wurden:

Breite Straße 11: Frau Sophie Eichwald führte hier nach dem Tode ihres Mannes ein Schuhwarengeschäft. Sie folgte 1938 ihrer bereits 1934 nach Kapstadt emigrierten Tochter Alice.

Breite Straße 29: In diesem Haus besaß die Witwe Erna Gortakowski ein Spezialhaus für Herrenkonfektionen und Schuhwaren. Erna Gortakowski und ihre Tochter Ilse sind in Auschwitz verschollen.

Sandberg 11: Aaron und Gisela Rieder besaßen hier ein Schuhgeschäft. Sie wurden mit ihren Töchtern Hannelore und Erika nach Auschwitz deportiert und am 05.08.45 für tot erklärt.

Kirchenstraße 18: Hermann und Elisabeth Abraham betrieben hier das Kaufhaus Union. Mit ihrer Tochter Daisy emigrierten sie 1938 nach Shanghai und später in die USA.

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