Ein Rundgang durch Itzehoe zu einer Zeit die geprägt war von der Weltwirtschaftskrise, dem Nationalsozialismus, dem Zweiten Weltkrieg und der Besatzungszeit, der Entnazifizierung und Demokratisierung in den Nachkriegsjahren.
Durch die Weltwirtschaftskrise Anfang der 30er Jahre verschlechterte sich die soziale Situation infolge der Massenarbeitslosigkeit dramatisch. Viele Menschen lebten am Existenzminimum. Dies ging einher mit einer Dauerregierungskrise. Die Politik war unfähig, auf die Herausforderungen zu reagieren. Stattdessen brachen die Richtungskonflikte in neuer Schärfe auf und Parlament, Regierungen und Reichspräsident arbeiteten immer mehr gegeneinander. Die Folge waren immer instabiler werdende Regierungen ohne parlamentarische Mehrheiten und Neuwahlen in rascher Abfolge, bei denen die radikalen Parteien immer mehr Zulauf erhielten, was parlamentarische Mehrheiten erst recht unmöglich machte.
Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 besiegelte das Ende der Weimarer Republik. In Itzehoe fand zur Feier des Triumphes ein Umzug der NSDAP, der SA und SS statt.
Am 4. Februar unterschrieb Hindenburg die Verordnung zum "Schutz des deutschen Volkes". Ihre dehnbaren Bestimmungen zur Kontrolle von Zeitungen und politischen Versammlungen ermöglichten es, den politischen Gegner mundtot zu machen, wann immer es erwünscht war. Die Nationalsozialisten bauten radikal demokratische Rechte und Möglichkeiten der politischen Betätigung ab und schüchterten ihre Gegner ein. Sie begnügten sich nicht damit, die Parteien auszuschalten und die staatlichen Institutionen unter ihre Kontrolle zu bringen. Sie durchdrangen jeden gesellschaftlichen Bereich; alle Vereine und berufsständischen Verbindungen sollten in ihrem Sinne ausgerichtet werden.
Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges im September 1939 war keine Euphorie spürbar, wie sie 1914 geherrscht hatte.
Im Vergleich zu Elmshorn, Hamburg, Lübeck oder Kiel, die massiven Bombenangriffen ausgesetzt waren hatte Itzehoe kaum unter dem Luftkrieg zu leiden. Wie den Akten, soweit sie noch vorhanden sind, und Zeitungsberichten zu entnehmen ist, wurden nach Oktober 1941 neunmal Bomben über Itzehoe abgeworfen.
Ab Juli 1943, nach den Angriffen auf Hamburg und Kiel, begannen die Bevölkerungszahlen der Stadt Itzehoe anzusteigen. Die durch Bombenangriffe obdachlos gewordenen Menschen strömten in die weitesgehend unberührten Gebiete. Noch deutlicher stieg die Einwohnerzahl als 1944 die Menschen aus dem Osten zu fliehen anfingen.
Im Mai 1945 lebten dadurch fast 12000 Menschen mehr in der Stadt als noch im Mai 1943 - die Einwohnerzahl stieg von 21870 auf 33736. Die Welle der Zuwanderer brachte zwangsläufig Probleme mit sich, insbesondere im Bereich Wohnungswesen.
Für Itzehoe war der Krieg am 5. Mai 1945 vorbei. Britische Truppen rückten in die Stadt ein.
Die formale Entnazifizierung begann sehr schnell. Im Juni wurden Plätze und Straßen umbenannt, z.B. Adolf-Hitler-Park in Stadtpark, Peter-Kölln-Straße in Feldstraße und Hermann-Schmidt-Straße in Christian-Lohse-Straße.
Die britische Militärregierung achtete darauf, dass überall die nationalsozialistischen Hoheitszeichen entfernt wurden und Nationalsozialisten wurden aus ihren Ämtern entfernt.
1949 wurden die britischen Besatzungstruppen durch norwegische Besatzungstruppen abgelöst. 1950/51 traten dänische Besatzungstruppen an die Stelle der Norweger. Grundsätzlich verblieb Itzehoe aber im Bereich britischer Besatzungsherrschaft.
Die Versorgungslage war nach Kriegsende überall in Deutschland katastrophal. Eine grundsätzliche Besserung trat erst mit der Währungsreform 1948 ein. Ein deutlicher Aufschwung setzte ein.
(Fotos und Texte:
Gemeinsames Archiv des Kreises Steinburg und der Stadt Itzehoe und
"Itzehoe -
Geschichte einer Stadt in Schleswig-Holstein" Band 2)
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