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Gemeinsamer Erfolg macht stark - Die Geschichte der Agenda-Gruppe
Zu einem Informationsabend der Stadt Itzehoe am 28.1.2000 im Pädagogischen Zentrum Itzehoe waren Frau Käte Micheel als Vorsitzende vom Seniorenrat, Frau Dr. Gisela Schwartz vom Kreisgesundheitsamt und Frau Wittorf aus Krempe (Lehrerin an der Steinburgschule in Sude-West) gekommen. Auf Grund des Vortrages eines Vertreters der Stadt Lübeck, dort arbeitete schon seit 5 Jahren die Agenda 21 an der Verschönerung der Stadt, plädierte Frau Micheel spontan dafür, in Itzehoe die Agenda 21 "Senioren- und behindertengerechtes Itzehoe" zu gründen. Frau Kublun vom Umweltamt der Stadt Itzehoe bedankte sich sogleich bei ihr und bot der Gruppe ihrerseits Unterstützung an. Das lateinische Wort "Agenda" heißt "Merkbuch" oder "was ist zu tun", im Englischen steht es für "Tagesordnung".

Das waren große Ziele, um Defizite im Behindertenbereich in ihrem beschaulichen Itzehoe zu beseitigen, so dass schnell klar wurde, es wenigstens zu versuchen. Die Gruppe bestand hauptsächlich aus Hausfrauen, eine Vertreterin des Gesundheitsamtes und Angehörige des Seniorenrates der Stadt Itzehoe gesellten sich dazu. Bestandsaufnahme war angesagt, um sich nicht zu verzetteln.

Es verging viel Zeit, bis die ersten Erfolge sichtbar wurden. Es wurde festgestellt, dass der alte Spruch heute noch immer Gültigkeit hat: Die Mühlen mahlen langsam, die Mühlen der Politik und Behörden langsamer! Man war stolz auf das Erreichte. Im theater itzehoe wurden zwei Plätze für Rollstuhlfahrer eingerichtet. Die Zeit, in denen sie neben den Stuhlreihen im Parkett bei nicht guter Sicht das Geschehen auf der Bühne verfolgen mussten, war Vergangenheit.

Den mobilitätseingeschränkten Personen zu helfen, war weiterhin die große Aufgabe. Die Stadt Itzehoe mit den Mitarbeitern des Bauhofes passten die Straßenübergänge so an, dass die Bordsteinkanten abgesenkt wurden. Menschen mit Stöcken, Rollatoren und Rollstühlen gelang es so, ohne fremde Hilfe, über die Strasse zu kommen. Der Anfang war gemacht.

Im April 2005 merkte die Gruppe, dass gute Beziehungen und Kontakte zu Behörden und Ministerien nur förderlich sein konnten und holten den Verfasser dieser Zeilen mit ins Boot (Friedrich-Wilhelm Trottmann Öffentlichkeitssprecher der Gruppe).

Es kristallisierte sich heraus, dass sich viele Aufgabenfelder der Behinderten mit denen der Senioren überlappten. Das zu beackernde Feld wurde größer, aber auch interessanter und lohnenswerter.
Generalstabsmäßig wurden die Defizite in der Stadt Itzehoe aufgelistet, u.a.:
  1. Barrierefreiheit im ÖPNV im Kreis Steinburg: -rollstuhlgerechte Busse-
  2. Fahrstühle für die Beschulung von 2 Rollstuhlfahrern in der Realschule am Lehmwohld / Sophie-Scholl-Gymnasium
  3. Ampelanlage im Bereich Altenheim "Haus an der Stör" nebst Zugang zu den Malzmüllerwiesen
  4. Herstellen eines barrierefreien Zuganges zum Bahnhof Itzehoe
  5. Gehwege: Unebenheiten in der Fußgängerzone, Zuwegung zum Rathaus und Theater
  6. Straßenüberquerungen, u.a. beim Berliner Platz
  7. Arztpraxen, barrierefrei durch Einbau von Fahrstühlen
  8. Für Rollstuhlfahrer geeignete Plätze im theater itzehoe
  9. Verbesserung der Schwerhörigenanlage im theater itzehoe
Inzwischen sind die Punkte 1-3 zur Freude der Gruppe erledigt. Der Hauptaugenmerk liegt zurzeit beim Bahnhof Itzehoe mit seinen drei Fahrstühlen bei Planungskosten von 40-50 000 EUR mit ca. 1,5 Millionen EUR Baukosten. Es wurden bisher eingeschaltet:
  1. Behindertenbeauftragter des Landes SH, Dr. Ulrich Hase
  2. Bahn AG
    • DB Station&Service AG, Bahnhofsmanagement Frau Karin Oppenländer
    • DB Infrastruktur Personalbahnhöfe, Wolf-Dieter Siebert, Berlin
    • Programme "Barrierefreies Reisen"
    • Kundenbeirat der Deutschen Bahn AG -Bahnhofsmanagement-
    • Regionalmanagement IZ GLC Glücksburg, Consulting Group, Frau Szymanek
  3. Nord-Ostseebahn NOB/Tochter der Connex
  4. Wirtschafts- u. Verkehrsminister Dietrich Austermann
  5. Sozialministerin Dr. Gitta Trauernicht
  6. Bundessozial- und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt
  7. Landrat Dr. Burghard Rocke, Verbandsvorsteher Zweckverband ÖPNV
  8. Steinburger Linien, Elfi Plew
  9. Tourismusbeauftragter des Landes SH Hans-Jörn Arp
  10. Landesweite Verkehrsservice-Gesellschaft LVS SH mbH Jochen Schulz
  11. Bürgermeister der Stadt Itzehoe Rüdiger Blaschke
  12. Bürgervorsteher der Stadt Itzehoe Heinz Köhnke
  13. Bauausschuss der Stadt Itzehoe Berndt Doege
  14. Sozialausschuss der Stadt Itzehoe Hans-Joachim Kruse
  15. Kreisgesundheitsamt Dr Gisela Schwartz
  16. Seniorenrat der Stadt Itzehoe Käte Micheel u. Horst Nöhren
  17. Stadtforum "Wir für Itzehoe"
Als erstes winkten Stadt und Kreis wegen Nichtzuständigkeit und fehlender Haushaltsmittel ab. Die Presse wollten wir erst einschalten, wenn es ohne öffentlichen Druck kein Weiterkommen gab. Ein Zeichen des guten Willens war die Erstellung eines "Argumentationspapier - Verbesserung der Barrierefreiheit im Bahnhof Itzehoe" - durch die LVS im Auftrage von Herrn Austermann im Februar 2006. Am 3. März 06 stellte der Minister die Finanzierung der 3 Fahrstühle in Aussicht, aber nicht vor 2010. Als Zwischenlösung wurde ein Unterstand in Höhe Parkhaus/Gleisübergang ins Spiel gebracht. Nach einem Pressetermin am 2.8.2006 im Bahnhof gab Minister Austermann die Übernahme der Planungskosten für die Fahrstühle in Höhe von ca. 40-50.000 EUR bekannt. Damit hatten wir den Fuß in der Tür für den Fall, dass wir wegen anderer verschobener Maßnahmen früher als 2010 zum Zuge kommen. Der Bauausschuss der Stadt Itzehoe hatte kurzfristig mit dem Unterstand als Zwischenlösung begonnen. Dieser war vor Monaten nach intensiven Bemühungen des Bürgervorstehers der Stadt Itzehoe, Herrn Heinz Köhnke, mit der DB Station&Service AG der Stadt kostenlos von der Bahn AG zur Verfügung gestellt worden. Den Transport von Hamburg und die Aufstellung nebst Anlage des Umfeldes mit 2 Behindertenparkplätzen mit 5000 EUR Kosten hatte die Stadt zu tragen. Am 9.5.2007 konnte im Beisein von Prominenz von Stadt (Bürgermeister Blaschke und Bürgervorsteher Köhnke), Kreisgesundheitsamt (Frau Schwartz) Bahnhofsmanagement der DB Station&Service (Herr Kruse), Seniorenrat der Stadt Itzehoe und der SeniorenUnion die Zwischenlösung eingeweiht werden. Die Presse berichtete wohlwollend über unsere bisherigen Erfolge.

Nach dem letzten Stand soll die Planung der Fahrstühle mit den Leistungsphasen 1 bis 4 Ende 2007 stehen. Letztendlich verantwortlich für den Neubau der drei Fahrstühle im Bahnhof Itzehoe bleibt DB Station&Service und die LVS mit Gesamtkosten von ca. 1,5 Millionen Euro. Ansprechpartner für die Beauftragung der Planung ist Frau Nedderhof vom Bahnhofsmanagement Kiel. Als Gruppe hoffen wir, dass baldmöglichst Gelder für Verkehrsvorhaben des Bundes nicht abgerufen werden und wir dann vor dem angesagten Zeitpunkt 2010 mit der schon fertigen Planung vorzeitig zum Bau der Fahrstühle kommen.

Wir als Gruppe Agenda 21 "Senioren- und behindertengerechtes Itzehoe" sind frohen Mutes, dass Itzehoe bald einen barrierefreien Bahnhof hat und wir uns unseren weiteren Zielen widmen können. Immer nach dem Motto: Gemeinsamer Erfolg macht stark!

Friedrich-Wilhelm Trottmann Öffentlichkeitssprecher der Gruppe Agenda 21 "Senioren- und behindertengerechtes Itzehoe"

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