25. März - 13. Mai 2007 im Wenzel-Hablik-Museum
In der Ausstellung werden u. a. herrschaftliche Badepavillons, Badeschiffe, Volksbäder und das Seebad in Modellen, die am Institut für Darstellen und Gestalten der Architekturfakultät Stuttgart entstanden sind, veranschaulicht. Diese werden durch Originalzeichnungen, Fotos und Postkarten eindrucksvoll ergänzt.
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| Photographie: Hans Joachim Heyer und Boris Miklautsch,
Universität
Stuttgart, Institut für Darstellen und Gestalten |
Die uns heute so selbstverständliche Benutzung eines Bades ist ein relativ junges Phänomen. In ihrer wechselvollen Geschichte verstand man das Baden in der Regel als Luxus oder Gemeinschaftsvergnügen. Erst wissenschaftliche Einsichten über die Verbreitung von Krankheiten und das Erkennen hygienischer Notwendigkeiten wandelten den Begriff des Bades zu dem Allgemeingut, das wir heute kennen.
Als Wellness-Tempel und moderne Schwimmbäder haben Badeanstalten eine bis in die Antike zurückreichende Vorgeschichte. Die berühmten römischen Volksthermen und orientalische Badeoasen blieben bis in die Gegenwart das Idealbild vom sinnlichen Vergnügen im Badehaus.
Dem mittelalterlichen, teilweise gemischt benutzten Badehaus mit seiner stark erotischen Aufladung bereitete das Aufkommen von Krankheiten wie der Syphilis ein Ende. Erst medizinische Erkenntnisse veränderten im 17.Jahrhundert die landläufigen Vorstellungen von Hygiene. Das Baden in stehendem und fließendem Wasser wurde wieder entdeckt und damit auch ein neuer Bautypus: das Badehaus. Bis zum 18. Jahrhundert blieb es dem Adel vorbehalten, galt als Lustort im Grünen und zählte zur gehobenen Ausstattung von Palästen und Herrschaftshäusern.
Wie in den römischen Thermen und den mittelalterlichen Badeanstalten beschränkte sich das Badeleben auch zu dieser Zeit nicht auf die körperliche Reinigung. Die im 18. Jahrhundert entstandenen Seebäder an der Nord- und Ostseeküste waren gesellschaftliche Treffpunkte für die so genannte Sommerfrische. Frauen und Männer nutzten getrennte Badeanstalten, diese waren häufig u-förmig angelegt und über einen Steg erreichbar.
Für die ärmeren Bevölkerungsschichten entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts öffentliche und werkseigene Wasch- und Badeanstalten. Das Bürgertum schätzte dagegen pompösere Hallenbäder, deren Ausstattung noch heute als Vorbild von Wellnessoasen in aller Welt gelten.
Wenzel-Hablik-Museum
Reichenstr. 21
25524 Itzehoe
Tel: 04821/603377
Fax: 04821/603294
museum@wenzel-hablik.de
www.wenzel-hablik.de
Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag 14-17 Uhr
Samstag 14-18 Uhr
Sonn- u. Feiertags 11-18 Uhr
Führungen mit Dr. Susanne Grötz:
Mittwoch 28. März 2007 - Lehrereinführung um 15:30 Uhr
Sonntag, 01. April 2007, 14:30 Uhr
Sonntag, 22. April 2007, 14:30 Uhr
Sonntag, 06. Mai 2007, 14:30 Uhr
mit der Bitte um Voranmeldung
Das Buch zur Ausstellung - Susanne Grötz und Ursula Quecke (Hrsg), BALNEA. Architekturgeschichte des Bades, Jonas Verlag, 2006, Marburg - ist im Museum erhältlich.
Diese Ausstellung wird unterstützt von der Sparkassen Stiftung Schleswig-Holstein, der Sparkasse Westholstein, der Architekten und Ingenieurskammer Schleswig-Holstein, von der Holcim Deutschland AG, vom Betonmarketing Nord und den Stadtwerken Itzehoe