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Grußwort der Stadt Itzehoe
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wieder einmal blicken wir auf ein Jahr zurück, in dem wir unversehrt in Frieden und Freiheit leben durften. Das ist nicht selbstverständlich. Blicken wir nur zurück auf den Beginn des Jahres, der bedrückend von der Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean geprägt war. Oder denken wir an das schwere Erdbeben in Pakistan, das aufgrund fehlenden Medieninteresses die Öffentlichkeit leider kaum berührte.
Betroffen machten uns die Krawalle in Frankreich im Herbst dieses Jahres, wo menschliche Kräfte scheinbar ganz plötzlich außer Rand und Band gerieten. Wäre so etwas nicht auch bei uns möglich, wurde verhalten gefragt.

Unsere Stadt und unser Land blieben von derartigen existenziellen Problemen verschont. Dafür können wir dankbar sein. Vielmehr war es Alltägliches, das uns bewegte. Schauen wir jedoch genau hin, ist auch das Alltägliche nicht selbstverständlich.

So fingen wir dieses Jahr noch mit einem „großen Loch“ im städtischen Haushalt an. Zum Jahresende ist hingegen nicht nur ein Haushaltsausgleich, sondern sogar ein deutlicher Überschuss erkennbar. Eine weitere Verschuldung wurde in 2005 nicht erforderlich. Vielmehr können wir, wenngleich in geringem Rahmen, Schulden abbauen. Die Gewerbesteuer, seit vielen Jahren die wichtigste Einnahmequelle der Stadt Itzehoe, hat deutlich an Kraft gewonnen. Der Einbruch der Jahre 2001 und 2002 scheint überwunden zu sein. Dafür sind wir sehr dankbar. Unser Dank gilt besonders den in Itzehoe wirtschaftlich Tätigen, die Arbeitsplätze vorhalten, Werte schaffen, Steuern zahlen und somit das Geld verdienen, das die Stadt gewissermaßen treuhänderisch verwaltet.

Itzehoe wurde in diesem Jahr vom Sozialgeographischen Institut der Universität Köln unter 97 Mitbewerbern zum Standort mit dem besten Gründerklima in Deutschland gewählt. Eine Leistung, die aus der erfolgreichen Kooperation von ISit und IZET herrührt. Und der Itzehoer Forscher Dr. Rainer Hintsche, im Jahr 2004 mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet, erhielt mit dem „European Grand Prix of Innovation“ einen der renommiertesten Preise für angewandte Forschung und Technologieentwicklung. Darauf sind auch wir stolz.

Auf dem Alsen-Gelände kam es nach jahrelangem Stillstand endlich zu ersten Abbrucharbeiten und Anfängen einer Bebauung. Durch den 1. Itzehoer Architektursommer bekam diese Industriebrache darüber hinaus ein neues, positives und überregional beachtetes Image. Ein 2. Architektursommer Mitte dieses Jahres steht an und wird das neu erwachte Interesse an der städtebaulichen Entwicklung des Alsen-Geländes noch steigern.

Mit dem Aufbruch auf Alsen konnte endlich das lang schon ersehnte Projekt eines kreuzungsfreien Bahnüberganges am Wellenkamp begonnen werden. Bis Mitte des Jahres 2008 wird dieses Bauvorhaben fertiggestellt sein. Dann werden die Autoschlangen im Kamper Weg und im Kremper Weg der Vergangenheit angehören.

Der Ausbau der Grundschule Sude-West steht kurz vor der Vollendung. Ende Januar wird die Einweihung gefeiert. Dann kann der ohnehin schon erfolgreiche Betrieb als offene Ganztagsschule unter den neuen baulichen Gegebenheiten optimiert werden.

Der Ausblick auf 2006 lässt hoffen. Die Haushaltslage, wenngleich der Etat immer noch ein strukturelles Defizit von rd. 537 T€ ausweist, ist besser als jeweils zu Beginn der vergangenen 5 Jahre. Mit dem von der Ratsversammlung Mitte Dezember beschlossenen "Flächennutzungsplan 2015" wurden wichtige Weichen für eine zukunftsweisende Entwicklung unserer Stadt gestellt. Feinschliff in der Planung werden wir mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept erhalten, das bis Sommer 2006 erarbeitet wird.

Diese Planungen sind nicht nur auf die Stadt allein bezogen. Sie sind vielmehr im Kontext der Region IZ zu verstehen, deren 16 beteiligte Kommunen sich wiederum als Teil der Metropolregion Hamburg aufgestellt haben.

Aber auch die kleinen Dinge haben ihren Reiz. So soll der Prinzeßhof ein neues Gesicht bekommen, das ihn wieder neu als Grünoase in der Innenstadt zur Geltung bringen wird. Auch ist für den Störewer Hermann endlich ein schützendes Dach in Aussicht, das im Rahmen einer Arbeitsförderungsmaßnahme verwirklicht werden soll.

Gerade im Kleinen und manchmal Unscheinbaren finden wir das, was unserer Stadt das Besondere verleiht. Dazu gehören auch die vielen Menschen, die häufig nur im Hintergrund ehrenamtlich für uns alle tätig sind und dadurch unserer Stadt das Gepräge geben, das wir an ihr schätzen.

Dankbar können wir sein, sowohl im Rückblick als auch im Ausblick. Dankbar sollten wir auch sein. Denn Dankbarkeit ist der Wächter der Seele vor den Kräften der Zerstörung. So formulierte es der französische Philosoph Gabriel Marcel. Wenn uns diese Fähigkeit zur Dankbarkeit erhalten bleibt, können wir zuversichtlich in das neue Jahr blicken.

Das wünschen wir Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, und zum Neuen Jahr wünschen wir Ihnen alles Gute und Gottes Segen.

Bürgervorsteher Köhnke Bürgermeister Blaschke
Heinz KöhnkeRüdiger Blaschke
BürgervorsteherBürgermeister

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Grußwort der Stadt Itzehoe zum Jahreswechsel
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