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Batá Architektur Zlín
Die Stadt des Schuhfabrikanten – ein Phänomen der tschechischen Moderne
Vom 27. Juni - 01. August 2004 im Wenzel Hablik Museum:
Gezeigt wird im Rahmen des tschechischen Kultursommers eine Fotodokumentation der Architektur der Firma Batá aus dem Archiv der Bezirksgalerie für Bildende Kunst in Zlin, Tschechien. Anschließen wird die Wanderausstellung im September in L.A. gezeigt.

Unter dem Slogan "Kollektiv arbeiten - individuell wohnen" ließ der Schuhfabrikant Tomás Batá in Mähren die Industriestadt Zlín entwickeln. In nur wenigen Jahren wurde die sogenannte »Perle des tschechischen Funktionalismus« errichtet.

Zwischen 1910 und 1930 wuchs die Nachfrage an Bata-Schuhen enorm und somit auch die Anzahl der Beschäftigten. Um dem steigenden Bedarf an Produktionsstätten und Wohneinheiten gerecht zu werden, wurden eine Reihe von Investitionen getätigt. Tomas Batas Ziel war es Bauwerke – genauso wie Schuhe – in Serienproduktion und somit kostengünstig herzustellen. Um trotz standardisierter Bauelemente qualitätvolles Bauen zu ermöglichen, wurden die führenden Architekten des Landes u.a. Jan Kotera, Frantisek L. Gahura und Vladimir Karfik konsultiert. So verbanden sich die sachlichen Interessen des Investors mit der rationalistischen Sachlichkeit der Ideen der europäischen Moderne.

Die Grundlage für Batas Bauten stellte ein Stahlbetonskelett mit Füllmauerwerk aus Ziegel dar, welches so standardisiert wurde bis ein universell verwendbareres Modulraster entstand, welches sowohl im Wohnungsbau als auch im Industriebau eingesetzt werden konnte.

Eine Einheit von Landschaft, Industriekomplexen und Wohnbebauung wurde entwickelt. Die Ideen der Gartenstadt, das Wohnen im Grünen wurde zum Leitbild von Zlin. Ein Leben, entfernt von Mietskasernen, in kleinen Häusern mit Garten sollte bei den Bewohnern eine für die Firma nützliche Zufriedenheit schaffen und sozialen Unruhen vorbeugen.

Die besondere Qualität, die die Werksiedlung von Zlin noch heute auszeichnet, rührt daher, dass sich die Architekten nie auf die funktionale Seite der Aufgabe beschränkten, sondern das grundlegende Konzept stets um ästhetische und psychologische Aspekte erweiterten.

Die internationale Architektenschaft sah in Zlín, der ersten und einzigen funktionalistischen Stadt der Welt, die eindrucksvolle Realisierung der Theorien des modernen Städtebaus. Unter Zeitgenossen galt sie als vorbildliche Umsetzung von Tony Garniers Projekt einer »Cité Industrielle«.

F.L. Gahura, Tomás Batás Denkmal, Zlin, 1933

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