Ratsversammlung und Verwaltung der Stadt Itzehoe grüßen zum bevorstehenden Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel.
Ein Jahr wichtiger Entscheidungen und einschneidender Ereignisse liegt hinter uns. Die Europäische Union wurde um 10 Staaten erweitert. Die Bedeutung dieses historischen Einschnittes dürfte tiefgreifender sein, als wir es zum gegenwärtigen Zeitpunkt wahrnehmen. Die Hartz IV-Reform nimmt ganz konkrete Formen an. Das Bundessozialhilfegesetz, das bislang quasi die "soziale Verfassung" in unserem Lande war, wird am 31. Dezember außer Kraft treten. Auch dies ist eine bedeutende Zäsur für unser Land.
Der Haushalt der Stadt Itzehoe für das Jahr 2005 wurde rechtzeitig zum Jahresende von der Ratsversammlung verabschiedet. Damit ist gewährleistet, dass die Stadt mit Beginn des neuen Jahres ihren Aufgaben in vollem Umfange nachkommen kann. Der Haushalt sieht 6 Mio. Euro für Baumaßnahmen vor. So kann die Stadt der Wirtschaft wertvolle Aufträge erteilen. Die herausragendsten Investitionen sind die Erweiterung der Grundschule Sude West zur Offenen Ganztagsschule und die kreuzungsfreie Querung des Bahnüberganges Wellenkamp. Dass die notwendige Investitionstätigkeit eine Neuverschuldung von rd. 1,4 Mio. Euro erfordert, ist zwar bedauerlich, doch trägt sie dem Gedanken Rechnung, dass der Staat in Zeiten schwacher Konjunktur durch eigene Aufträge die Wirtschaft unterstützen soll. Bleibt nur zu hoffen, dass nach den erforderlichen Ausschreibungen viele Aufträge an heimische Betriebe vergeben werden können.
Mit einem Wohnraumversorgungskonzept, das die Ratsversammlung Anfang März beschließen wird, wollen wir uns den Anforderungen des demographischen Wandels stellen. Auch unsere Bevölkerung geht zurück und wird zunehmend älter. Itzehoe soll auch in Zukunft lebenswerter Wohnort und attraktiver Mittelpunkt im Kreis Steinburg bleiben. Zur Wohnumfeldverbesserung gehört die städtebauliche Weiterentwicklung des Alsen-Geländes. Nachdem in diesem Jahr für den Ostteil ein guter und gangbarer Weg gefunden wurde, wird es in den kommenden Monaten darum gehen, gemeinsam mit den Eigentümern eine vernünftige Lösung für den Westteil zu erarbeiten. Die konstruktive Arbeit der vergangenen Monate hat zwischen Eigentümern und Stadt wieder zu einem vertrauensvollen Miteinander geführt.
Vertrauen dürfte insgesamt die Medizin sein, um mit unserem Land wieder in ein besseres Fahrwasser zu kommen. Vertrauen in unsere Leistungsfähigkeit! Dass der Forscher Rainer Hintsche vom Itzehoer ISIT und sein Team mit dem Deutschen Zukunftspreis 2004 ausgezeichnet wurden, dass im vergangenen Jahr Schülerteams der Auguste Viktoria-Schule und der Beruflichen Schulen des Kreises Steinburg mit bedeutenden Preisen bundesweit Anerkennung fanden, dass es gelang, mit Nippon Antenna eine international renommierte High-Tech-Firma nach Itzehoe zu holen, all das sind nur Beispiele, die deutlich machen, wozu wir als einzelne aber auch miteinander in der Lage sind. Dass im vergangenen Jahr in unserer Stadt wieder großartige Leistungen im Ehrenamt in sportlichen, sozialen und kulturellen Bereichen erbracht wurden, darf uns froh und dankbar, aber auch stolz stimmen. Denn nicht die öffentliche Kassenlage, die alles andere als rosig ist, gibt uns Aufschluss darüber, ob wir in einer reichen oder in einer armen Gesellschaft leben. Vielmehr drückt sich dies in der Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger aus, am Gemeinwohl mitzuwirken. Für dieses persönliche Engagement, das in hohem Maße erbracht wurde, sei an dieser Stelle sehr herzlich gedankt. Vor diesem Hintergrund leben wir in einer reichen Stadt.
Wir hoffen und wünschen, dass wir auch 2005 ein Jahr erleben werden, in dem wir unsere Stadt ein gutes Stück voranbringen und damit unsere gesamte Region. Möge jeder im Großen wie im Kleinen Frieden erleben, möge jeder gesund bleiben oder wieder werden, möge jeder sein "kleines Glück" erleben, das alles wünschen Ihnen zum Neuen Jahr
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| Heinz Köhnke | Rüdiger Blaschke |
| Bürgervorsteher | Bürgermeister |