Die Stühle reichten bei weitem nicht aus, so groß war der Andrang zur Vernisage
der beiden Künstler Fritz A. Kunkelmoor und Manfred Horender am Samstag, den 30.11.
im Itzehoer Wenzel Hablik-Museum.
Unter der gemeinsamen Überschrift "Grenzenlos" laden
sie bis zum 15. Dezember ein, im Dialog mit ihren Werken zu schwelgen und per Phantasie
die Grenzen des Alltags hinter sich zu lassen.
Bildhauer Kunkelmoor entführt per Marmor, will dabei aber kein
"italienischer Marmorglattmacher" sein, wie Rüdiger Blaschke es in seiner
Ausstellungseinführung betonte. Wie zum Beweis steht denn auch in einem Nebenraum
unter all den weiß glänzenden behauenen Steinen eine deutlich schmutzigere Skulptur:
der "Erdgeist" . Ihn hatte der ehemalige Postbeamte, der in Carrara auf einer privaten
Bildhauerschule den Umgang mit dem edlen Material erlernte, neun Monate dem "Schoß der
Mutter Erde" übergeben, also eingegraben, um zu sehen was diese mit dem Marmor macht.
Es ist das einzige der 37 Werke, das nicht berührt werden darf.
Fotograf Horender gab lächelnd preis, weshalb Kunkelmoor ihn wohl zur
gemeinsamen Ausstellung eingeladen hatte: "Irgend jemand musste doch die Kolosse
schleppen." Zwar wolle er sich das nächste Mal "lieber einer Seidenmalerin" anschließen,
dennoch hoffte der Glückstädter, der dort die Galerie "Freiraum" als
non-profit-Unternehmen betreibt und Mitglied der brühmten Leica-Akademie ist,
dass seine Aufnahmen "gefallen". Den meisten Raum nehmen farbbrillante Grönland-Bilder
ein, deren festgehaltene Eisberge wieder den Bogen zu Kunkelmoors Marmor schlagen.
Wirklich aufregend, aber gänzlich unverkäuflich sind seine atmosphärisch packenden
Reportage-Illustrationen aus dem Hamburger "Pulverfass" (Die Frau im Manne)
und einem kalifornischen Tatoo-Studio.