Aus Anlass des 50-jährigen Patenschaftsjubiläums präsentiert die Kreisgemeinschaft
Pr. Holland seit dem 20. Juni 2003 bis 14. Juli 2003 in der Sparkasse
in Steinburg,
Dithmarscher Platz 2, 25524 Itzehoe, eine Ausstellung unter dem Titel "Pr. Holland -
einst und jetzt".
Rund 60 großformatige Bilder mit historischen schwarz-weiß Fotos und
aktuellen Farbaufnahmen zeigen die bauliche Entwicklung des "einstigen Rothenburg des
Ostens".
Die Dokumentation ist auch ein Leitfaden durch die Geschichte der Stadt.
Für den 1288 begonnenen Bau der Weichseldämme hatte der Landmeister des Deutschen Ordens,
Bruno von Querfurt, Holländer herangezogen. Sie gaben der Stadt ihren Namen, die 1297
ihre Handfeste erhielt. An der Stelle einer prußischen Befestigung errichtete der Orden
1319 eine Burg. Jeweils nach schweren Kämpfen wurde die Stadt 1454 vom Preußischen Bund,
1520 von den Polen und 1659 von Gustav Adolf erobert.
Im 16. und 17. Jahrhundert wüteten große Brände in der Stadt. 1945 wurde sie zu 80 % zerstört.
Die vorgestellten Bilder
vermitteln einen Eindruck von der mit hohen Mauern und Türmen geprägten Anlage der Stadt
auf einer vorgeschobenen Landzunge der oberländischen Seenplatte.
Luftbildaufnahmen geben
die alte Straßenführung in ungefährem Rechteckschema mit Straßenmarkt wieder.
Bedeutende
gotische Bauwerke wie das Mühlentor und das Steintor, Teile der einstmals so gewaltigen
Stadtbefestigung, werden vorgestellt.
In dem mit Mitteln der Kreisgemeinschaft vorbildlich
restaurierten Steintor sind heute die Räumlichkeiten des deutschen Vereins und das Büro der
Kreisgemeinschaft Pr. Holland untergebacht. Gezeigt wird die Burg des Deutschen Ordens,
die 1521 im sogenannten Reiterkrieg des Deutschen Ordens gegen die Polen gesprengt und auf
Geheiß von Herzog Albrecht ab 1543 im Renaissancestil neu errichtet wurde. Von 1923 bis
1945 diente das Schloss als Sitz des Amtsgerichts und beherbergt heute die Stadtverwaltung.
An sakralen Bauwerken sind die jeweils aus dem 14. Jahrhundert stammende Pfarrkirche
St. Bartholomäus und die Hospitalkirche St. Georg zu nennen. Letztere ist heute sowohl
ein evangelisches wie orthodoxes Gotteshaus. Die ehemalige Lateinschule wurde 1534 von
Herzog Albrecht als Kirchenschule gegründet. 1617/18 umgebaut, war sie später
die „Höhere Stadtschule“. 1945 zerstört, wurde sie vereinfacht wiederaufgebaut.
Fehlen darf natürlich nicht das 1350 errichtete gotische Rathaus. Das älteste der
erhaltenen ostpreußischen Rathäuser brannte 1945 aus, nur die Keller und die
Außenmauern des Erdgeschosses blieben erhalten. Heute befindet sich in dem restaurierten
Gebäude u. a. eine Bibliothek. Schließlich sei noch der Markt erwähnt, der mit seinen
Laubengängen zu den schönsten in Ostpreußen zählte. Nur einige wenige Barockhäuser
überstanden die Zerstörungen zu Kriegsende.