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Gender Mainstreaming |
Mädchen sind im Vergleich zu Jungen geringer mit Zugängen zum Computer und Internet
ausgestattet. Hinzu kommt die Erschwernis, wenn die Lebensbedingungen der Mädchen
aufgrund sozioökonomischer Benachteiligung oder Migrationshintergrund besonders belastet
sind. Damit sind Mädchen innerhalb der Zielgruppe sozial benachteiligter Jugendlicher
besondere Ansprechpartnerinnen für uns.
In den beiden Einrichtungen, in denen die ersten Probewochen des Mobilen Internetcafés
stattfanden, waren Mädchen in größerer Zahl vertreten. Allerdings wurden deutlich bei den
Mädchen die jüngeren Jahrgänge angesprochen
insbesondere bei Migrantinnen. Das Interesse der Mädchen lag vor allem im Bereich des
Chattens, während die Jungen neben dem Chatten auch Spiele spielten, bzw. Homepages
im Bereich von Musik oder Sport suchten. Während die Jungen beim Chatten eher mit
begrenztem Vokabular kommunizierten und die Kontakte rasch wechselten, entstanden in den
Chats der Mädchen längere und zum Teil auch vielfältigere Gespräche. Die Mädchen
beobachteten auch interessierter den Austausch im Chatroom, während die Jungen stärker
auf den einzelnen Kontakt und ihre jeweilige Antwort konzentriert schienen.
Die Jungen waren häufiger zu zweit oder zu dritt an einem Laptop im Chat und verfolgten
gemeinsam die Entwicklung des Kontaktes, gaben sich Tipps, was zu antworten sei, oder
Vorschläge, den Kontakt abzubrechen. Die Mädchen waren stärker auf sich und den
individuellen Kontakt konzentriert.
Die Förderung von Mädchen bei der Entwicklung von Zugängen zum Computer und Internet
sollte zum einen über die Nutzung bewährter Angebote der Mädchenarbeit erfolgen. Das
bedeutet, dass das Mobile Internetcafé an bestimmten Tagen und Orten ausschließlich für
Mädchen zugänglich sein wird. Das bedeutet aber auch, den ersten Zugang so spielerisch
wie möglich (Chat, E-Mails) zugestalten, um ersten Ängsten im Umgang mit dem Medium zu
begegnen. Der erste Zugriff auf den Computer ist bei den meisten Jungen unverkrampfter
und weniger mit Kontrollwünschen belastet als bei Mädchen. Daher sind gerade die Nutzungen
als Einstieg geeignet, die unter schulischen Gesichtspunkten als wenig nutzbringend
angesehen werden könnten.
Ebenfalls im Rahmen des Programms Kompetenz und Qualifikation führt die Stadt Itzehoe
ein Projekt zur Lebensplanung junger Mädchen durch. Eine Kombination beider Angebote ist
sinnvoll und geplant.
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